Der Wiener Judosport hat wieder einen der Seinen verloren – am Samstag ist Edi Strobl im Alter von 76 Jahren gestorben. Er war ein Mann der ersten Stunde beim Judoring Wien und ein Vorreiter der Judo-Schulprojekte in Wien. Bis zu seinem Unfall vor einigen Jahren, seit dem er im Rollstuhl sitzen musste, war er noch auf der Matte aktiv. Wir trauern um einen verdienstvollen Judoka und Freund.
Edi Strobl war, wie sein Freund Richard Schauer es formuliert, „eine Institution des Wiener Judo“. Tatsächlich hatte er sich nach seiner aktiven Judo-Karriere, in der er beim JC Favoriten noch in der Jagdgasse trainierte, ab 1970 im vom legendären späteren ÖJV- und EJU-Präsidenten Kurt Kucera gegründeten „Judoring Wien“, gemeinsam mit Schauer, als erster Trainer gewirkt. Strobl hatte auch in einer Mannschaft, in der unter anderem die unvergessenen Lutz Lischka und Hans Pollak standen, aber auch Norbert Herrmann und der spätere Verbandspräsident Heinz Huber, gekämpft. Vor allem aber die Judo-Kids hatten es Strobl angetan – er war jahrelang Betreuer seiner erfolgreichen Schüler. „Einmal“, erzählt Schauer, „haben seine Kids in Innsbruck alle österreichischen Juniorentitel geholt. Judo war sein Leben, noch mit 70 stand er auf der Matte!“
Doch nach einem Rad-Unfall – er kam am Schwarzenbergplatz in die Schienen der Straßenbahn, stürzte unglücklich und war seitdem leider querschnittgelähmt – musste er seinen geliebten Judogi an den Nagel hängen. Er verfolgte zwar interessiert das weitere Geschehen, aber nunmehr vom Rollstuhl aus. Die letzten Jahre verbrachte Strobl in einem Behindertenheim. Immer wenn man glaubte, es ginge ihm nicht gut, rappelte er sich wieder auf. „Sore Made“ gab es für den Edi nicht – erst jetzt, mit 76, hat er seinen letzten Kampf leider verloren …
Sobald wir wissen, wann die Verabschiedung ist, werden wir es hier vermelden.
