Ein Titel für Gerhard

Galaxy-Trainer Thomas Haasmann (Mitte) erhielt aus den Händen von ÖJV-Präsident Dr. Martin Poiger (rechts) und Ali Gmeiner, dem Technischen Direktor, das Goldene Verdienstzeichen des ÖJV. – Foto: Josef Langer

„Diesen Titel widme ich Gerhard Dorfinger!“ Mit dieser Emotion, mit der er die kürzlich verstorbene Trainerlegende aus Strasswalchen würdigte, erntete Galaxy-Coach Thomas Haasmann nach dem Bundesliga-Finale in Gmunden von allen Seiten viel Beifall. „Haasi“ war nach dem spannendsten Titelkampf der Geschichte und dem 9:7 nach Verlängerung gegen Multikraft Wels gezeichnet. „Das hat mich fünf Jahre meines Lebens gekostet“, gestand er.

War das ein Finale am Samstag in Gmunden! Nachdem sich die Volksbank Galaxy Tigers im Semifinale mit 13:1 gegen Wimpassing überlegen und die Welser mit 9:5 gegen Union Flachgau sicher durchgesetzt hatten, lief das Finale zunächst gar nicht nach Wunsch. Zuerst unterlag Mathias Czizsek bis 73 Kilo dem starken Wachid Borchashvili im Golden Score, danach musste sich Weltmeister Saeid Mollaei – jener Iraner, der bei der WM in Tokio verlieren musste, weil er sonst in einem möglichen Finale auf einen Israeli getroffen wäre – überraschend Wachid Borchashvili mit Ippon geschlagen geben, und als auch Johannes Pacher dem ehemaligen Vize-Weltmeister Krisztian Toth unterlegen war, stand es auf einmal 4:1 für die Oberösterreicher, die zuletzt 1977 Meister gewesen waren. „Da hatte ich geglaubt, es ist vorbei“, sagte Galaxy-Trainer Haasmann nachher. Aber mit zwei Siegen kamen die Tigers noch vor der Pause auf 3:4 heran.

Im zweiten Durchgang musste sich Czizsek abermals Wachid Borchashvili in einem 10-Minuten-Krimi geschlagen geben, aber drei Siege in Folge bescherten dem Titelverteidiger die 7:6-Führung. Da Sebastian Schneider den letzten Kampf verlor und es 7:7 stand, mussten Entscheidungskämpfe gelost werden. „Da hat der Herrgott auf uns runter geschaut“, meinte Haasmann. Denn Tatsuto Shima, der schon seine ersten beiden Kämpfe gewonnen hatte, und Mollaei feierten klare Siege und sicherten Galaxy den achten Titel, den siebenten in Folge.

„Aus tiefer Trauer um Gerhard Dorfinger habe ich ihm diesen Titel gewidmet“, sagte der Galaxy-Trainer nachher – und gab auch zu, dass er sich beim Aufstellungs-Poker im Finale möglicherweise auch geirrt haben könnte. So kam etwa Olympiasieger Lukas Krpalek nur im Semifinale zum Einsatz, weil Haasmann pro Durchgang nur zwei seiner drei hochkarätigen Legionäre einsetzen durfte. Aber: „Ende gut, alles gut“, war „Haasi“ sichtlich erleichtert. Jedenfalls haben beide Teams diesen Event zum besten des Jahres in Österreich gemacht …

Ähnliche Beiträge

  • 6:8 – erste Galaxy-Pleite

    Zwei Tage, nachdem sie zu Wiens „Mannschaft des Jahres“ gewählt wurden, mussten die Volksbank Galaxy Tigers am Freitag die erste Pleite in der 1. Bundesliga hinnehmen – 6:8 daheim gegen die Judo-Union Flachgau. Damit sind beide Teams fix fürs Final Four qualifiziert. In der 2. Bundesliga kann WAT Stadlau am Samstag (17 Uhr, Rundhalle Lieblgasse)…

  • |

    Kein Zero-Spiel in Las Vegas

    Sie fliegen ins Spielerparadies Las Vegas – aber nicht, um beim Roulette auf rot oder schwarz zu setzen oder mit Pokern oder am so genannten „einarmigen Banditen“ das Glück zu versuchen, sondern um auf der Judo-Matte erfolgreich zu sein. Fünf rot-weiß-rote Judoka, unter ihnen der Wiener Ernst Leidenfrost, kämpfen ab Montag im Rio Casino Hotel…

  • Schlager ohne Schläge

    Die Galaxy Judo Tigers gegen Sanjindo Bischofshofen – das ist am Samstag der große Hit in der 4. Runde der 1. Judo-Bundesliga. Aber es wird ein Schlager ohne Schläge, sondern eher ein Freundschaftsduell. Denn beide noch ungeschlagenen Teams können schon für das Final Four Ende November in Gmunden planen, es geht nur noch um die…

  • WAT Stadlau im Wiener Derby 10:4

    Während Bundesliga-Meister Volksbank Galaxy Tigers in dieser Runde kampffrei war, matchten sich in der 2. Bundesliga Vienna Samurai und WAT Stadlau im Wiener Derby, in dem sich die Stadlauer doch recht klar mit 10:4 durchsetzten. Anetshofer und Öri (je 2) sorgten für die Punkte der Leopoldstädter, bei den Stadlauern scorten Adam Safer, Gusic, Haider, Moritz…

  • Geschafft – aber mit Mühe!

    Bundesliga-Serienmeister Allianz Kukla Galaxy Tigers kann doch noch gewinnen! Nach dem 7:7 auswärts gegen Flachgau und der 5:9-Heimpleite gegen Multikraft Wels feierten die Schützlinge von Thomas Haasmann am Freitag in der Südstadt einen 9:5-Erfolg gegen das weiter sieglose Wiener ASKÖ Team WAT Stadlau. Es war letztlich verdient, aber nach einer frühen 4:0-Führung der Tigers wurde…

  • Meister im Budokan

    Es muss sich wohl um einen besonderen Event handeln, wenn er im Budokan stattfindet. Aber es muss nicht jener in Tokio sein, es reicht auch der in Wels. Dort startet am Samstag (20 Uhr) die neue Bundesliga-Saison der Männer mit dem Schlager LZ Multikraft Wels gegen die Allianz Kukla Galaxy Tigers – eine Neuauflage des…