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„Knopf aufgegangen“

Mit Bronze bis 70 Kilo beim Europacup in Paks hat Leonie Bayr am Samstag ihre erste Medaille bei den Juniorinnen geholt. „Mir ist der Knopf aufgegangen“, lacht die 19-Jährige von Vienna Samurai, die damit auch den Sprung ins ÖJV-Top-Team schaffte. Nach einigen ereignisreichen Wochen mit abgeschlossener Matura geht es jetzt für „Manji“, wie sie liebevoll genannt wird, in den wohlverdienten Urlaub nach Kroatien.

Nach durchaus beachtlichen Erfolgen bei den Kadetten (Unter 18) mit zwei zweiten Plätzen in Zagreb und einem dritten in Koper ist es bei den Juniorinnen im Vorjahr (noch) nicht so gelaufen. „Aber ich bin ehrgeizig, habe nicht aufgegeben“, sagt Leonie. Die sogar im November auf der Heimfahrt vom Final Four in Gmunden im Bus gelernt hat, jetzt die Matura bestand, und einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag vorige Woche in Prag mit Rang 7 in der Klasse bis 70 Kilo erstmals in der Unter 21 anschrieb. Jetzt Bronze in Paks, mit fünf Siegen und nur einer Niederlage. Was auffiel: Bayr ist vielseitig, wirft nicht nur ihren Seoi-Nage, ist auch am Boden stark. „Ich glaube, dass ich oft im Kopf stärker bin als meine Gegnerinnen“, nennt sie selbst ihre Stärken.

Das Bronze von Paks war auch die Qualifikation für die Junioren-EM Anfang September in Bratislava. Und dann? „Ich würde schon gern wieder zur World Tour“, sagt Leonie, die heuer beim Grand Prix in Linz schon „schnuppern“ durfte. Denn Leonies großes Ziel ist Olympia. „Wenn ich auf der World Tour anschreiben kann, hab ich sicher schon für 2028 eine Olympia-Chance, weil die Qualifikation für Los Angeles erst im nächsten Jahr beginnt.“ Allerdings steht in ihrer Gewichtsklasse eine im Weg, die schon zwei Olympia-Medaillen hat – Michaela Polleres. Wenn´s mit 2028 nicht klappt, dann ist Leonie Bayr mit Sicherheit 2032 in Brisbane eine Option. Dann ist sie mit 26 Jahren auch im besten Judo-Alter.

Stolz auf seine „Manji“ war auch ihr Heimtrainer Norbert Stumpf. „Sie trainiert hart, immer mit 110 Prozent“, lobt der 44-Jährige, der in Leonies Schule (AHS Wien West) das Judo-Projekt leitet. In Paks war er nicht dabei, „aber in der Woche davor haben wir in Prag gefeiert – den siebenten Platz und ihren Geburtstag.“ Bayr will im Herbst nicht mit einem Studium beginnen, sondern zur Polizei. „Ich habe mich schon im Vorjahr beim Bundesheer beworben, die haben mich aber nicht genommen“, erzählt Leonie. Aber eine Kollegin, die nicht nur im Judo stark ist und in der Gruppe gern die Teamleaderin ist, kann die Polizei mit Sicherheit gebrauchen. Sozusagen von Samurai zur Polizei …

Wir wünschen Leonie, dass sie in die Fußstapfen ihrer so erfolgreichen Teamkollegin Polleres steigt, und dass ihr Traum von Olympia in Erfüllung geht. Egal, ob schon 2028 oder erst vier Jahre später.

Keine weitere Platzierung

Auch am Sonntag gab es in Paks keine weitere Platzierung für das 17-köpfige ÖJV-Team. Aus Wiener Sicht trat nur eine Judoka an – Maya Kochauf (Galaxy Tigers) unterlag in der Klasse bis 52 Kilo der Türkin Seyma Yildirim mit Ippon. Die russischen Judoka unter IJF-Flagge (5/4/9) waren unter den 38 Nationen (474 Judoka) am erfolgreichsten, gefolgt von Serbien (3/0/3), Italien (2/2/2) und Israel (2/1/2). Usbekistan und Litauen folgen mit je einer Goldmedaille. Österreich landete dank Leonie Bayr auf dem geteilten 12. Platz.

Alle Ergebnisse aus Paks findet ihr hier.

Foto: Der entscheidende Wurf von Leoni BAYR (weiß) zu ihrem ersten U21-Bronze - @EJU / Gyula Molnar

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