Springers Sprung nach oben

Zwei Siege bei European Open-Turnieren hat sie schon, im Vorjahr schrieb sie erstmals auf der IJF-World Tour als Fünfte beim Grand Prix in Zagreb an, jetzt will die Wienerin Jacqueline Springer am Freitag beim Heim-Grand Prix in Linz erstmals auch auf ein IJF-Podest springen. Die 24-Jährige von Vienna Samurai ist die erste eines nun auf 31 ÖJV-Judoka geschrumpften Teams. Auslosung Donnerstag, 14 Uhr (JudoTV live).

2023 in Tallinn und 2024 in Rom feierte „Jacky“, wie sie von Freunden genannt wird, schon Turniersiege auf dem European Open-Level. Beim Grand Prix in Zagreb hatte sie auch erstmals auf der IJF-World Tour die Chance aufs Podest, verlor aber ihren Bronze-Kampf und wurde Fünfte. Beim ersten Grand Slam-Turnier des neuen Jahres in Baku verbuchte die vierfache Staatsmeisterin in der Klasse bis 48 Kilo einen Sieg und eine Niederlage und schied aus. Jetzt will Springer in Linz erstmals bei einem Grand Prix aufs Podest springen. „Ein Heimturnier ist schon etwas Besonderes. Ich werde versuchen, am Freitag meine Top-Leistung abzurufen.“ Fans hat sie in der TipsArena genug – neben Freunden kommen auch Springers Eltern zuschauen.

Es sollte halt auf die aktuelle Nummer 63 im IJF-Ranking dieser Gewichtsklasse nicht gleich in der ersten oder zweiten Runde des 23-Judoka-Teilnehmerfeldes gegen die topgesetzte Vize-Weltmeisterin Assunta Scutto (ITA / Nummer 3 der Welt) gehen. Und auch nicht gegen die Kasachin Abiba Abuzhakynova oder die junge Japanerin Sachyo Yoshino, Vize-Weltmeisterin bei den Juniorinnen. „Aber auch diese Judoka kann man schlagen“, gibt sich die Jus-Studentin kämpferisch. Springer, die derzeit beim Zoll als Leistungssportlerin in der Ausbildung ist, will jetzt auf der World Tour reüssieren. „Die Quali für die EM und WM habe ich schon mit dem fünften Platz in Zagreb erreicht, jetzt schau ich von Kampf zu Kampf und von Turnier zu Turnier.“ Für eine 24-Jährige kann natürlich auch Olympia in dreieinhalb Jahren ein Thema werden …

Nachdem Österreichs zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres (JC Wimpassing / bis 70 Kilo) wegen ihres Trainingsrückstands (sie hat seit Paris kein Turnier bestritten) ebenso fehlt wie die Olympia-Fünfte Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 kg), deren Bruder Luis am Montagabend tot aufgefunden wurde, sind nun andere Österreichs Top-Judoka beim Heim-Grand Prix. Etwa Juniorinnen-Weltmeisterin Elena Dengg (ESV Sanjindo / bis 70 kg) und bei den Männern zwei Wiener: der WM-Siebente Bernd Fasching (Allianz Kukla Galaxy Tigers / bis 81 Kilo am Samstag) und der zweifache EM-Bronzene Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 Kilo am Sonntag). Dazu kommen Springers erst 18-jährige Klubkollegin Leonie Bayr sowie die Brüder Magamed (81 Kilo) und Movli Borchashvilli (beide Galaxy / über 100 Kilo).

Die Auslosung erfolgt Donnerstag um 14 Uhr, Freitag soll um 9.30 Uhr gestartet werden (Frauen 48, 52, 57 kg; Männer 60 und 66 Kilo). Doch irgendwie ist alles, angesichts des Todesfalles in „Lulu´s“ Familie, relativiert. „Da tritt Judo in den Hintergrund, anderes kriegt einen höheren Stellenwert“, sagt Springer. Es wird ein Linzer Grand Prix nicht wie jeder andere …

Foto: Jacqueline SPRINGER (weiß) 2024 beim GP in Zagreb, wo sie Fünfte wurde - @IJF / Emanuele Di Feliciantonio

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