Judo-Landesverband Wien http://www.judo-vienna.at Tue, 24 Nov 2020 16:57:02 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.3 http://www.judo-vienna.at/wp-content/uploads/2019/06/Logo_LV_NEU60.png Judo-Landesverband Wien http://www.judo-vienna.at 32 32 Olympiasiegerin neuer ÖJV-Headcoach http://www.judo-vienna.at/archive/4617 Tue, 24 Nov 2020 12:13:01 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4617 2004 war sie Judo-Olympiasiegerin, 2021 wird sie neuer ÖJV-Headcoach! Die Deutsche Yvonne Bönisch (Foto: privat) setzte sich unter 25 Kandidaten aus 16 Ländern durch und wird ab kommenden Jahr in Österreich arbeiten. Bönisch, eine der besten Freundinnen der unvergessenen Claudia Heill, wird ihre Tätigkeit im Olympia-Stützpunkt Linz aufnehmen. Derzeit ist die Potsdamerin noch Damen-Trainerin in Israel. Nachstehend die Presse-Aussendung des ÖJV mit allen Details.

Presse-Aussendung des ÖJV vom 24.11.2020

Yvonne Bönisch wird ÖJV-Headcoach, Arbeitsbeginn: 1. Jänner 2021

Das österreichische Judo-Nationalteam wird ab 1. Jänner 2021 von einer Frau trainiert. Der ÖJV ist bei der Suche nach einem international erfahrenen Headcoach bei Yvonne Bönisch fündig geworden, der erfolgreichsten deutschen Judoka aller Zeiten. Zuletzt war die 39-jährige Potsdamerin vier Jahre als Frauen-Nationaltrainerin in Israel tätig.

„Uns ist ein Sensations-Coup gelungen“, betont Judo-Austria-Präsident Martin Poiger. In seiner Stimme schwingt Erleichterung und Stolz mit. Yvonne Bönisch, erfolgreichste deutsche Judoka aller Zeiten, Olympiasiegerin 2004 in Athen, studierte Diplom-Trainerin, zuletzt vier Jahre lang als Frauen-Nationaltrainerin in Israel tätig, wird neuer Headcoach des ÖJV-Nationalteams. Arbeitsbeginn: 1. Jänner 2021. „Der Abschied aus Israel fällt mir alles andere als leicht. Aber der Job in Österreich ist für mich ein nächster, wichtiger Karriere-Schritt“, sagt die Potsdamerin. Insgesamt hatten sich für die Stelle 25 Coaches aus 16 Nationen beworben. Die 39-Jährige steht als Headcoach dem sechsköpfigen Judo Austria-Trainerteam vor und wird vorrangig mit dem Olympia- bzw. Elitekader der Frauen und Männer arbeiten. Patrick Rusch fungiert als „Nationaltrainer Elite“.

„Vor zwei Jahren wurde ich schon einmal kontaktiert. Als ich Anfang September die Ausschreibung gesehen habe, war für mich schnell klar, dass ich mich bewerben will. Auch wenn der Zeitpunkt ein schwieriger ist: Durch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr kann ich meine Arbeit in Israel nicht planmäßig zu Ende bringen. Das tut mir leid. Aber eine Chance wie das ÖJV-Angebot bietet sich nicht alle Tage“, erzählt die gebürtige Potsdamerin. Welche Erfahrungen sie mit Österreich verbindet? „Jede Menge. Es begann vor 25 Jahren, als ich bei einem Nachwuchsturnier in Wels im Unter-16-Finale gegen Sabrina Filzmoser den Kürzeren zog. Wir wurden enge Freundinnen, der Kontakt ist nie abgerissen.“

„Yvonne bringt als Olympiasiegerin bzw. 2-fache Vize-Weltmeisterin und langjährige Nationaltrainerin im Ausland alle notwendigen Voraussetzungen mit. Sie ist zielstrebig, analytisch, kommunikativ und leidenschaftlich“, betont Martin Poiger. Auch Sabrina Filzmoser streut ihrer neuen Chef-Trainerin Rosen: „Sie ist fachlich und menschlich top. Wir hätten es nicht besser treffen können, Yvonne ist eine Idealbesetzung.“ Sportdirektor Markus Moser hofft „Wir warten seit 2008 auf eine Olympia-, seit 2010 auf eine WM-Medaille. Yvonne soll den Unterschied ausmachen.“

Olympiasiegerin Yvonne Bönisch über…

… ihre Erfahrungen als Trainerin: „Ich habe seit 2009 als Vereins- und Landestrainerin in Potsdam mit Burschen und Mädchen gearbeitet. Seit 2017 bin ich in Israel als Frauen-Nationaltrainerin tätig. Der Sprung ins Ausland hat mir definitiv gutgetan. Man bekommt neue Impulse, ist gezwungen, seine persönliche Komfortzone zu verlassen. Die Olympia-Medaillen von Yarden Gerbi und Or Sasson in Rio haben in Israel einen richtigen Judo-Boom ausgelöst – die Budgets wurden drastisch erhöht, die Trainerteams schrittweise aufgestockt. Deshalb hat man auch mich geholt. Das Erfolgsgeheimnis der Israelis ist leicht erklärt: Das Nationalteam ist in Netanja bei Tel Aviv stationiert, man trainiert 2 x pro Tag. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Israel zählt zum Kreis der Top-10-Judo-Nationen.“

… Parallelen zwischen Österreich und Israel: „Punkto Einwohnerzahl und Infrastruktur sind beide Länder gut vergleichbar. Der Schritt, im Olympiazentrum Oberösterreich in Linz einen Bundesstützpunkt zu etablieren und das Nationalteam von Dienstag bis Donnerstag zusammenzuziehen, ist sicher sinnvoll. Wie gesagt: In Israel trainieren alle A-Kader-AthletInnen gemeinsam – 6 Tage die Woche, 2 x am Tag… Ich würde sagen: Als kleine Nation muss man diesen Weg gehen und die Ressourcen bündeln. Da bin ich mit Martin Poiger (ÖJV-Präsident) und Markus Moser (Sportdirektor) komplett auf einer Linie.“

… ihre Selbsteinschätzung als Trainerin: „Ich bin eine, die klare Ansagen macht, aber gleichzeitig auch Verständnis zeigt und mit den Aktiven auf Augenhöhe arbeitet. Ich würde mich als sehr ehrgeizig und zielorientiert beschreiben.“

… ihre Ziele mit Judo Austria: „Der Österreichische Judoverband braucht zählbare Erfolge – sprich Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.  Idealerweise schreiben wir schon in Tokio 2021 an, sonst drei Jahre später in Paris.“

… ihren Triumph 2004 in Athen: „Lange her: Für mich war es der schönste Tag meiner Karriere als Leistungssportlerin. Ich war am Ziel meiner Träume. Meine Erfahrungen als Athletin helfen mir auch im Trainerjob. Ich weiß was es braucht, um erfolgreich zu sein. Mein Fokus als Coach liegt definitiv auf Tokio 2021, ganz sicher nicht in der Vergangenheit.“

Wolfgang Eichler/Presse ÖJV
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Omas Germknödel auf dem Silber-Tablett http://www.judo-vienna.at/archive/4607 Sun, 22 Nov 2020 08:41:10 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4607 “Jetzt freue ich mich schon auf die Germknödel von der Oma”, sagte Österreichs frischgebackene Vize-Europameisterin Magdalena Krssakova noch in Prag. Mittlerweile ist die 26-jährige Wienerin schon zu Hause und hat die Delikatesse auf dem Silber-Tablett serviert bekommen. “Die schmecken immer gut”, genoss sie es. Magda war aus österreichischer Sicht der wohl größte Lichtblick der Judo-EM in Prag, mit Platz 5 von Stephan Hegyi, einem weiteren Wiener, und Rang 7 von Lukas Reiter (Wimpassing) belegte man in der Nationenwertung Rang 14 unter 40 Ländern. Jetzt gilt es, etwas auszuspannen und dann mit voller Kraft auf den nächsten Höhepunkt hinarbeiten – das Masters-Turnier im Jänner in Doha, bei dem es sehr viele Weltranglisten-Punkte zu holen gibt. Hier noch einige “Schmankerln” zur EM in Prag …

Die Blase war Grundvoraussetzung, dass die viermal verschobene EM nun doch über die Matten ging. Als Generalprobe hatten die Nachwuchs-Europameisterschaften (U 21 und U 23) in Porec kurz davor gedient, die “Bubble” hat man dann auch in Prag voll durchgezogen. Etliche COVID-Tests, anfangs das “Essen auf Rädern” nur vor das Hotelzimmer gestellt. “Wir durften auch nicht in die Halle, wenn wir an dem Tag nicht gekämpft haben”, erzählt Krssakova. Die Organisation hat bestens geklappt. Nicht zuletzt auch dank ÖJV-Präsident Dr. Martin Poiger, der als Leiter des EJU-Büros in Wien auch maßgeblich in die letztlich hervorragende Organisation dieser EM eingebunden war.

Die Serie: Seit 2013 hat Österreich bei jeder EM Edelmetall geholt. Krssakovas Silber war die zehnte EM-Medaille seit 2013 (drei Silber, sieben Bronze). Die letzte Nullnummer hatte es 2012 gegeben, als Ludwig Paischer bis 60 Kilo Fünfter wurde. Ein Jahr davor, 2011, gab es durch Sabrina Filzmoser (bis 57 kg) in Istanbul die bislang letzte EM-Goldene für Österreich. Magdas Silber war die 137. EM-Medaille (26 davon in Gold), was in der ewigen Rangliste Platz 9 bedeutet. Frankreich führt diese Wertung mit 604 Medaillen, davon 218 in Gold, klar an.

Apropos Frankreich: Das Team der Tricolore gewann mit fünfmal Gold klar die Medaillenwertung. Alle fünf Titel wurden bei den Damen erkämpft, keiner bei den Herren. Nicht zuletzt, da “King” Teddy Riner im Schwergewicht fehlte. Aber generell hatten Frankreichs Herren schon bessere Zeiten erlebt. Der erste männliche Weltmeister war übrigens 1975 in der Wiener Stadthalle Jean-Luc Rouge. Danach gab es noch etliche weitere klingende Namen und Olympiasieger. Thierry Rey und Angelo Parisi (beide Moskau 1980), Marc Alexandre (Seoul 1988), Djamel Bouras (Atlanta 1996) und David Douillet (1996 und Sydney 2000). Und heuer? Eine mickrige Bronzemedaille durch Kilian Le Blouch bis 66 Kilo.

Die Zukunft: Die IJF hat alle geplanten Events auf der World Tour bis Jahresende abgesagt, das nächste Ereignis soll das für Mitte Jänner geplante Masters in Katar sein. Kommenden Samstag (28. November) soll noch die Mixed-Team-EM in Bukarest stattfinden, dann ist Schluss. Am 16. Dezember folgt noch der virtuelle EJU-Kongress, bei dem der langjährige Chef des TSV Abensberg, Otto Kneitinger, neuer Vizepräsident werden soll. Er wird die vom ehemaligen ÖJV-Präsidenten Dr. Hans Paul Kutschera wahrgenommenden Agenden im Marketing übernehmen. Der amtierende ÖJV-Präsident Poiger wird als Direktor des Wiener EJU-Büros ebenfalls Mitglied des Exekutive.

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Hegyi schrammt an Bronze vorbei! Rang 5 http://www.judo-vienna.at/archive/4580 Sat, 21 Nov 2020 11:53:53 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4580 Schade! Der Wiener Stephan Hegyi verpasste am Samstag, dem letzten Tag der Judo-EM in Prag, Bronze in der Klasse über 100 Kilo. Der Judoka des SC Hakoah musste sich im Kampf um Edelmetall dem Georgier Levani Matiashvili in der letzten Kampfsekunde (!) mit Ippon geschlagen geben und wurde Fünfter. Damit wurde nichts aus dem “Hattrick” des 22-Jährigen, der 2018 und 2019 jeweils als Dritter auf dem EM-Podest gestanden war. Alle anderen Österreicher, drei an der Zahl, schieden sieglos aus.

Hegyi startete am Samstag nach einem Freilos mit dem Waza-ari-Sieg (Körperwurf/Tai-otoshi) über Yahor Kukharenka (BLR) in den Bewerb über 100 Kilo, musste sich aber dann seinem Angstgegner Inal Tasojew (RUS) vorzeitig (Beinwurf) geschlagen geben. Damit stand der 22-Jährige in der Trostrunde, in der er Jur Spijkers (NED) mit Ippon für einen Festhalter bezwang. Danach folgte der Kampf um Bronze gegen den Georgier – leider konnte ihn Hegyi nicht gewinnen. “Ich hab mich zu sicher gefühlt, hab ihn zu nahe an mich herangelassen. Ärgerlich, die Medaille war drin”, resümierte der Wiener, der mit seiner EM-Leistung aber durchaus zufrieden war. “Ich habe heute gute Kämpfe geliefert, auch gegen den späteren Zweiten Tasojew. Bis zum Ippon habe ich gut mitgehalten. Ich bin konkurrenzfähig und freue mich schon aufs Masters im Jänner in Katar.”

Marko Bubanja (bis 90 kg/Volksbank Galaxy Tigers) unterlag dem Polen Piotr Kuczera elf Sekunden vor dem Ende mit Schulterwurf (Seoi-Nage) und schied ebenso aus wie die beiden anderen ÖJV-Athleten Aaron Fara (Wimpassing/bis 100 kg) und Daniel Allerstorfer (Mühlviertel/über 100 kg), die auch ihre Auftaktkämpfe verloren.

Auch wenn man im ÖJV über die Fortsetzung der Serie – bei jeder EM seit acht Jahren zumindest eine Medaille gewonnen – jubelt und Silber von Magda Krssakova die schon zehnte ÖJV-Medaille seit 2013 war, sollte das Ergebnis der anderen – abgesehen von Hegyi und Lukas Reiter, der Siebenter bis 73 Kilo wurde – aus heimischer Sicht doch Anlass zum Nachdenken geben. Von den übrigen sieben ÖJV-Athleten hat nur Shamil Borchashvili (bis 81 kg) einen Sieg feiern dürfen, ehe er verlor. Und sechs der zehn österreichischen Judoka in Prag sind mit Auftakt-Niederlagen ausgeschieden …

Was gab´s am letzten EM-Tag? Beide Titel bei den “schweren Damen” gingen an Frankreich, bei den Männern schaffte keiner der drei regierenden Weltmeister den Finaleinzug. Nur einer der drei kam auf das Podest, nämlich Portugals erster Judo-Weltmeister Jorge Fonseca als Dritter bis 100 Kilo. Der tschechische Lokalmatador Lukas Krpalek, Olympiasieger und Weltmeister über 100 Kilo, teilte mit Hegyi Rang 5, und Noel Van T´End, holländischer Weltmeister von Tokio 2019 bis 90 Kilo, wurde gar nur Siebenter. Zwei Russen und der israelische Sensationsmann Peter Paltchik (bis 100 Kilo) holten die Titel. In der Medaillenwertung gewann Frankreich (5/0/3) vor Russland (3/3/1) und Georgien (1/1/4). Dahinter mit je einmal Gold Aserbaidschan, Israel, Moldawien, Italien und Ungarn. Österreich landete dank Silber von Krssakova unter 40 Ländern auf dem 13. Platz. Es gab auch einige Enttäuschungen. So blieben Gastgeber Tschechien und auch Slowenien ohne Medaille, Judo-Nationen wie Belgien, der Kosovo oder die Ukraine brachten keine Athleten in ein Finale. Übrigens gibt es in Prag keinen Mixed-Bewerb. Dieser soll am nächsten Wochenende in Bukarest ausgetragen werden.

Alle Ergebnisse aus Prag findet ihr hier.

Foto: Mit einem Sieg über Jur Spijkers, den Sohn des ehemaligen ÖJV-Nationaltrainers Ben Spijkers, kam Stephan Hegyi (weißer Judogi) in den Kampf um Bronze, den er leider verlor. @EJU/Carlos Ferreira
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Erst Superstar stoppte Magda – EM-Silber! http://www.judo-vienna.at/archive/4550 Fri, 20 Nov 2020 12:49:10 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4550 Großartiger Erfolg für Magda Krssakova bei der Judo-EM in Prag. Die Wienerin vom JC Sirvan holte mit Silber bis 63 Kilo ihre erste EM-Medaille! Nach einem Freilos schlug die 26-Jährige zunächst die Spanierin Isabel Puche im Golden Score mit Ippon, danach die slowenische Olympiasiegerin Tina Trstenjak ebenfalls in der Verlängerung mit Waza-ari. Es war der erste Sieg über die Slowenin im sechsten Duell. Im Semifinale gegen die deutsche Ex-Europameisterin und WM-Dritte Martyna Trajdos benötigte Magda nur 32 Sekunden für einen tollen Beinwurf (Tani-otoshi), der ihr den Ippon-Sieg brachte. Im Finale hatte sie aber gegen den Superstar in dieser Klasse, die Französin Clarisse Agbegnenou, keine Chance. Nach 23 Sekunden holte die vierfache Weltmeisterin auch ihren fünften EM-Titel …

Sie sprang in die Höhe, applaudierte sich selbst und brach in Tränen aus. Magdalena Krssakova, am 3. März 1994 in Bratislava geboren, früh in ihrem Leben nach Wien gezogen, hat soeben mit dem Ippon-Sieg über die Deutsche Trajdos das Finale erreicht! Drei Grand Prix-Erfolge hatte sie davor schon geholt, in Tiflis, Cancun und Antalaya. Aber noch keinen Podestplatz bei einem Grand Slam und auch nicht bei einer EM. Lange stand sie etwas im Schatten ihrer internen Rivalin Kathrin Unterwurzacher, mit der sie sich um das eine Olympia-Ticket ritterte, ehe die Tirolerin ihre Karriere heuer beendete. Jetzt ist Magda, wie auch zuvor Unterwurzacher, Vize-Europameisterin. Dass es gegen Agbegnenou nicht klappte, sollte die Wiener “Judosportlerin des Jahres” nicht zu sehr kränken. Silber ist Silber! Und dieses Edelmetall ist die richtige Motivation jetzt auf dem weiteren Weg zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.

“Ich bin total happy!”, freute sich Magda nach der Siegerehrung. “Unglaublich, was mir heute gelungen ist. Nur im Finale hätte ich gerne etwas länger gekämpft, mehr Gegenwehr gezeigt Aber ich habe leider einen falschen Schritt gemacht, und sie hat mich sofort erwischt.” Nach ihrem Sieg über Trajdos im Semifinale war ihr die erhoffte Medaille sicher. “Die Medaille war mein großes Ziel. Ich hätte es aber nicht für möglich gehalten, dass es so gut funktioniert.” Lob gab es von allen Seiten. “Magda hat sich stark verbessert. Sie traut sich jetzt auch, mehr anzugreifen. Die Trainer haben sehr gute Arbeit geleistet. Ich gratuliere Magda, aber auch ihrem Vereinstrainer Amjad Karimyan, sehr herzlich. Ich freue mich, dass sie das geschafft hat”, sagt Wiens Judo-Verbandspräsident Ernst Raser. “Magda hat überzeugendes Angriffs-Judo gezeigt. Im Finale hat sie vielleicht zu viel gewollt”, meinte Nationaltrainer Patrick Rusch. “Aber sonst war das ein richtig toller Tag! Magda hatte ein Hammerlos, hat hintereinander mehrere Angstgegnerinnen besiegt. Hut ab!”

Österreichs große Medaillenhoffnung Michaela Polleres (Wimpassing) schied hingegen bis 70 kg mit einer Auftakt-Niederlage gegen die Slowenin Anke Pogacnik (Waza-ari) überraschend aus. Ihr Klubkollege Lukas Reiter (bis 73 Kilo) bot eine starke Leistung und wurde nach zwei Siegen und zwei Niederlagen Siebenter. Die beiden Welser Brüder Wachid und Shamil Borchashvili (beide bis 81 kg) mussten allerdings vorzeitig die Segel streichen. Am Sonntag sind noch zwei Wiener Judoka im Einsatz: Bis 90 Kilo Marko Bubanja (Volksbank Galaxy Tigers), der auf den Polen Piotr Kuczera trifft; und Stephan Hegyi (SC Hakoah), der im superstark besetzten Schwergewicht (über 100 Kilo) zwar ein Freilos hat, dann aber gewinnen muss und im Poolfinale wohl auf seinen russischen Angstgegner Inal Tasojew treffen würde. Lokalmatador Lukas Krpalek, Weltmeister 2019, ist Gold-Favorit.

Neben Agbegnenou gab es ein weiteres Gold für Frankreich durch Margaux Pinot bis 70 Kilo. Bei den Männern sorgte der starke Moldawier Victor Sterpu, der auf seinem Weg zu Gold auch Reiter bezwang, für eine Sensation. Bis 81 Kilo setzte sich der Georgier Tato Grigalashvili durch, Vize-Weltmeister Matthias Casse (BEL) wurde nur Dritter. Damit führt nach zwei Tagen in der Medaillenwertung Frankreich (3/0/3) vor Russland und Georgien (je 1/1/1). Weitere bisherige Europameister stellen Aserbaidschan, Moldawien, Italien und Ungarn. Österreich ist dank der Silbernen von Krssakova Neunter unter 40 Nationen und hat jetzt schon das Medaillenziel erreicht. Seit 2013 hatte es für den ÖJV immer zumindest eine EM-Medaille gegeben, Krssakovas Silber war die zehnte in diesem Zeitraum (3 Silber, 7 Bronze). Und wir dürfen ja noch auf Samstag hoffen …

Alle Ergebnisse aus Prag findet ihr hier.

Foto oben: Krssakova (weißer Judogi) in ihrem ersten EM-Kampf gegen die Spanierin Puche - der Anfang auf dem Weg zu EM-Silber. - @EJU/Gabi Juan

Mehr über Magda könnt ihr in unserem Portrait aus dem Jahre 2018 erfahren, wo wir sie in unserer Serie “Menschen im Judo” vorgestellt haben.

J.L.

Foto unten: Mein Gott, jetzt hat sie´s! Frei nach “My Fair Lady” – Magda Krssakova mit der ersehnten EM-Medaille, die silbern ist. – @Judo Austria

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Frühes Aus für “Sabsi” – Freitag Magda http://www.judo-vienna.at/archive/4534 Thu, 19 Nov 2020 11:04:27 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4534 Nur 23 Sekunden dauerte der Auftritt von Sabrina Filzmoser (@EJU/Gabi Juan) am ersten Tag der Judo-EM in Prag. Die Welserin unterlag am Donnerstag in der ersten Runde der Klasse bis 57 Kilo der Russin Anastasia Konkina mit Ippon durch Würgegriff. Am Freitag ist mit Magda Krssakova (JC Sirvan) bis 63 Kilo die erste Wienerin am Start. Marko Bubanja (Volksbank Galaxy Tigers/bis 90 kg) und Stephan Hegyi (SC Hakoah/über 100 kg) sind dann am Samstag an der Reihe.

Filzmoser, 40-jährige zweifache Ex-Europameisterin von LZ Multikraft Wels, wurde mit ihren eigenen Waffen, dem Bodenkampf, geschlagen. Nachdem sie einen Ansatz der Russin kontern wollte, gerieten die beiden in die Bodenlage und Sabrina in einen Würgegriff, in dem sie aufgeben musste. Nach nur 23 Sekunden war der Traum von der zehnten EM-Medaille ausgeträumt. Zwar mag die Enttäuschuing groß sein, die Chance auf einen Podestplatz war es aber von Vornherein nicht. Denn in Runde zwei hätte mit der Französin Sarah Leone Cysique eine absolute Faoritin (die dann Dritte wurde) gewartet. Gold ging in dieser Gewichtsklasse an die Ungarin Hedvig Karakas, die ihren ersten EM-Titel holte – mit einem Sieg im Golden Score gegen einen anderen “Haudegen”. Telma Monteiro (POR), fünffache Europameisterin, auch schon 34, im EM-Finale 2011 von Filzmoser besiegt, holte ihre schon 14. EM-Medaille. Respekt!

Was gab es sonst noch am ersten EM-Tag in Prag? Eine Italienerin und eine Französin holten sich die beiden anderen Damen-Klassen, bei den Männern gingen die Titel an Russland und Aserbaidschan. 345 (negativ auf das COVID-Virus getestete) Judoka aus 40 Ländern nehmen an dieser EM teil.

Freitag geht es aus Wiener Sicht mit Krssakova weiter, die bis 63 Kilo nach einem Freilos auf Isabel Puche (SPA) trifft. Bei einem Sieg würde die slowenische Olympiasiegerin Tina Trstenjak im Poolfinale warten. An diesem zweiten Wettkampftag steigt auch Österreichs größte Hoffnung auf eine EM-Medaille auf die Matte: Michaela Polleres, die WM-Fünfte von Tokio 2019, hat in der Klasse bis 70 Kilo zunächst ein Freilos und eine gute Chance, ihren Pool zu gewinnen und somit das Semifinale zu erreichen. Bei den Männern werden Freitag die Klassen bis 73 Kilo (mit Lukas Reiter/Wimpassing) und bis 81 Kilo (mit den Brüdern Shamil und Wachid Borchashvili/beideWels – ein Novum!) ausgetragen.

Alle Ergebnisse aus Prag findet ihr hier.

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Die “Grande Dame” will es noch einmal wissen http://www.judo-vienna.at/archive/4527 Tue, 17 Nov 2020 21:46:25 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4527 Sie ist 40. Seit 17 Jahren erfolgreich. Zweimal Europameisterin, neun EM-Medaillen. Am Donnerstag kämpft Sabrina Filzmoser (Bild @Oliver Sellner) bei der EM in Prag um ihre zehnte EM-Medaille oder zumindest um eine Platzierung in der Klasse bis 57 Kilo. Die “Grande Dame” im 10-köpfigen ÖJV-Aufgebot will es noch einmal wissen! Aber die Welserin zählt nicht zu den Favorits, noch dazu nach einem erst Ende August erlittenen Kreuzbandriss, der nicht operiert wurde.

Es war 2008 in Lissabon, als “Sabsi” (mit einem Finalsieg über die Spanierin Isabel Fernandez) und Ludwig Paischer (bis 60 Kilo) innerhalb einer Stunde EM-Gold holten. Ihr zweites folgte drei Jahre später, nur drei Wochen nach dem tragischen Tod der unvergessenen Claudia Heill – im Finale von Istanbul schlug Filzmoser die Portugiesin Telma Monteiro und widmete diesen Titel ihrer Wiener Teamkollegin. Zu zweimal EM-Gold kamen noch zwei Silberne (darunter 2010 in Wien) und fünf Bronzemedaillen dazu. Aber bei Olympia wollte es für die Thalheimerin nicht klappen. Dreimal war sie schon dabei, nur 2012 in London als Siebente kam sie in die Ergebnisliste. Drum will “Sabsi” noch einmal, und als erste österreichische Judodame, zu den Olympischen Spielen. Prag will sie nützen, um einerseits Punkte für die Weltrangliste zu sammeln und andererseits Wettkampferfahrung. Denn seit Februar und dem Ausbruch der Corona-Pandemie gab es kaum Turniere. Zuletzt, Ende Oktober, schied Filzmoser beim Grand Slam in Budapest frühzeitig aus. Sie wird auch in Prag über sich hinauswachsen müssen, will sie etwas “erben”. Denn mit Nora Gjakova aus dem Kosovo und der Französin Sarah Leonie Cysique sind die beiden Top-Athletinnen dieser Gewichtsklasse am Start. “Ich hoffe, dass das Knie hält. Aber zuletzt hat es gehalten”, sagt die Oberösterreicherin.

Was ist sonst am ersten EM-Tag zu erwarten? Bei den Frauen bis 48 Kilo könnte eine weitere Kosovarin, Distria Krasniqi, die zuletzt den Grand Slam in Budapest gewann, von der Absenz der Weltmeisterin Daria Bilodid (UKR) profitieren. Bis 52 Kilo dürfte es ziemlich offen sein, da weder die Weltranglisten-Erste Amandine Buchard (FRA) noch Olympiasiegerin Majlinda Kelmendi (KOS) dabei sind. Bei den Männern bis 60 Kilo sind ebenso viele Top-Leute in Prag wie bis 66 Kilo, wo der unverwüstliche Ukrainer Georgi Zantaraya eine ähnliche Rolle wie unsere “Sabsi” einnimmt. Geheimtipp hier könnte aber der starke Moldawier Denis Vieru sein, immerhin der WM-Dritte von Tokio 2019. Es geht also los!

Die drei Wiener bei der EM sind erst am Freitag (Magda Krssakova / bis 63 kg) und Samstag (Marko Bubanja / bis 90 kg und Stephan Hegyi / über 100 Kilo) im Einsatz. Wir wünschen viel Erfolg!

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Aufnahme im HSZ – Bewerbung http://www.judo-vienna.at/archive/346 Tue, 17 Nov 2020 13:28:00 +0000 http://neu.judo-vienna.at/?p=346 Wir dürfen allen Interessenten informieren, dass die Bewerbungsfrist für eine etwaige Aufnahme in das HSZ (Heeressportzentrum) demnächst abläuft (Einrückungstermin Juli 2021).

Bewerbungsunterlagen können über unser Sekretariat oder via ÖJV angefordert werden. Von Seite des Bundesheeres werden folgende Qualifikationskriterien vorgegeben:

  • EM, OS, WM…………………….Erstes Dritte, max. 16. Platz
  • EC-gesamt……………………….Erstes Viertel, max. 8. Platz
  • Junioren WM……………………1.-3. Platz
  • Junioren EM…………………….1.-3. Platz

Die Bewerbungen sollten bis spätestens 26.11.2020 im Sekretariat des ÖJV eingelangt sein, sonst können sie leider nicht mehr berücksichtigt werden!

Das erforderliche Datenblatt kann mittels untenstehendem Link heruntergeladen werden.

Bewerbung Leistungsport HSZ (11 Downloads) ]]>
In der Prager “Blase” um EM-Edelmetall http://www.judo-vienna.at/archive/4504 Mon, 16 Nov 2020 20:18:40 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4504 Was haben Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem und 358 Judoka gemeinsam? Zu einen, dass sie diese Woche in einer “O2-Arena” auftreten; zum anderen, dass alle in einer so genannten “Blase” ihrem Sport nachgehen. Thiem beim ATP-Finale in London, die Judoka aus 41 Ländern bei der schon viermal verschobenen EM der Allgemeinen Klasse. Die ab Donnerstag mit drei Wiener Judoka über die Matte geht: Magda Krssakova (JC Sirvan) am Freitag bis 63 Kilo, sowie am Samstag Marko Bubanja (Volksbank Galaxy Tigers) bis 90 Kilo und Stephan Hegyi (SC Hakoah) über 100 Kilo. Die EM beginnt am Donnerstag mit den leichten Gewichtsklassen.

Es ist sehr mühsam in Zeiten wie diesen. Die ursprünglich für Mitte April angesetzt gewesene EM wurde nach Ausbruch der Corona-Pandemie zunächst auf Anfang Mai, dann Juni und später auf 8. bis 10. November verschoben. Durch die hohen Infektionszahlen in Tschechien wurde sie noch einmal, eben auf diese Woche, verlegt. Aber jetzt steht die EM. Wie schon bei der U21 und U23 in Porec aber unter strengen Vorsorgemaßnahmen. “Wir dürfen nur einreisen, wenn wir zwei Negativ-Tests vorweisen können”, erzählt Krssakova. Nach der Ankunft gibt´s den nächsten Test, und dann muss man in der Bubble, also in der Blase, bleiben. Und darf sogar das Hotelzimmer nicht verlassen, bis der Negativ-Test bestätigt ist. “Beim Grand Slam in Budapest haben wir am Abend nach der Ankunft das Essen sogar ins Zimmer geliefert bekommen”, erzählt Krssakova, die schon mit etwas gemischten Gefühlen (übrigens am Dienstag im Privatauto) nach Prag fährt. “Einerseits sind wir froh, dass wir eine EM haben, andererseits aber ist die ganze Lage schon sehr schwierig und eigenartig.”

Die schwierige Lage – man weiß zwar, welche Judoka in der jeweiligen Gewichtsklasse genannt wurden, aber: Wenn nach der Ankunft jemand positiv getestet wird, heißt es Heimfahren! “Israel hat schon die komplette Damen-Mannschaft wegen eines internen Corona-Falls zurückgezogen, auch die Briten sind nicht in Prag”, weiß Magda. Dafür ist aber in ihrer Gewichtsklasse Olympiasiegern Tina Trstenjak aus Slowenien dabei, ebenso wie im Schwergewicht Lokalmatador Lukas Krpalek, Olympiasieger und Weltmeister aus Tschechien und ein möglicher Gegner unseres zweifachen EM-Medaillengewinners Hegyi. Wäre dann ein EM-Titel oder eine Medaille gleich viel wert wie bei jeder anderen EM? “Ja, sicher”, meint Magda, “weil es ein Bewerb ist von denen, die da sind und um die Medaillen kämpfen.”

Leider fehlen bei der EM, die übrigens erwartungsgemäß ohne Zuschauer und mit einer limitierten Zahl an Medienvertretern stattfinden wird, auch zwei Wiener: Johannes Pacher (bis 90 Kilo) wegen einer Ellbogenverletzung und Mathias Czizsek (bis 73 kg/beide Galaxy), der sich vor einer Woche bei der Unter-23-EM in Porec die Schulter lädiert hat.

EM-Zeitplan

Donnerstag, 19. November: Frauen bis 48 kg, bis 52 und bis 57 kg (u.a. mit Filzmoser/Wels); Männer bis 60 und bis 66 Kilo. – Freitag, 20. November: Frauen bis 63 (Krssakova) und 70 Kilo (u.a. mit Polleres/Wimpassing), Männer bis 73 und 81 kg. – Samstag, 21. November: Frauen bis und über 78 kg, Männer bis 90 (Bubanja), bis 100 und über 100 kg (Hegyi).

Foto: Beim Termin im Studio von Radio Wien und diese Woche bei der EM in Prag: die Wiener Judoka Magda Krssakova und Stephan Hegyi - @privat
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Drei Wiener nach Prag – drei müssen passen http://www.judo-vienna.at/archive/4490 Thu, 12 Nov 2020 15:48:46 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4490 Im 10-köpfigen ÖJV-Aufgebot für die schon zweimal verschobene EM in Prag (19. bis 21. November) stehen drei Wiener Judoka – aber drei ÖJV-Asse, darunter zwei Wiener, müssen leider passen. In Prag dabei sind Magda Krssakova (JC Sirvan/bis 63 kg), Marko Bubanja (Volksbank Galaxy Tigers/bis 90 kg) und der zweifache EM-Bronzemedaillengewinner über 100 Kilo, Stephan Hegyi (SC Hakoah). Wegen Verletzung mussten neben der Tirolerin Bernadette Graf (bis 78 kg) leider auch zwei Wiener absagen: Die beiden Galaxy-Kämpfer Mathias Czizsek (73 kg) und Johannes Pacher (90 kg). Absoluter Star ist bei seiner Heim-EM der tschechische Olympiasieger, zweifache Weltmeister und dreifache Europameister Lukas Krpalek (Bild @Gabriela Sabau/IJF) in der Klasse über 100 Kilo.

Neben der Langzeit-Verletzten “Bernie” Graf hat es auch zwei Wiener getroffen. “Jo” Pacher hat sich beim Grand Slam in Budapest Ende Oktober den Ellbogen verletzt (Fast-Abriss des Seitenbandes). “Die Therapie hat gut angeschlagen, die Schmerzen sind abgeklungen. Aber würde ich in Prag starten, wäre wohl eine Ellbogen-Operation unumgänglich. Und das will ich nicht riskieren”, sagt der 90-Kilo-Mann. Und auch für Czizsek, der bei der Unter-23-EM in Porec Montag wegen einer Schulterverletzung nicht an den Start gehen konnte, ist die EM-Teilnahme unmöglich. “Mit der lädierten Schulter kommt die EM jetzt für mich noch zu früh. Ein Antreten würde keinen Sinn machen”, sagt der 22-jährige Wiener.

Österreich hat dennoch heiße Eisen im Feuer. Etwa die Weltranglisten-Vierte Michaela Polleres (JC Wimpassing/bis 70 kg) oder die zweifache Europameisterin Sabrina Filzmoser aus Wels (bis 57 kg) – und “Riesenbaby” Hegyi, der bei den beiden letzten Europameisterschaften 2018 in Tel Aviv und 2019 in Minsk jeweils Bronze im Einzel- und im Vorjahr auch Bronze im Teambewerb erkämpft hatte. Um wieder aufs Podest zu klettern, müsste sich Hegyi aber gegenüber seiner Leistung beim Grand Slam in Budapest steigern und darauf hoffen, nicht zu früh auf Krpalek zu treffen. Der tschechische Judo-Star hatte zuletzt in Ungarn gefehlt, da er positiv auf das Corona-Virus getestet war. In Prag sollte wieder alles klappen.

Apropos Corona: Die EM in Prag wird unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ausgetragen. Für die Delegationen geht´s vom Flughafen zum Hotel, und dann nur noch zur Halle und wieder zurück. Zuschauer sind nicht zugelassen – sollten Sie schon Tickets haben, müssen Sie das Geld zurückfordern. Und wegen Corona wurde auf der IJF-Tour auch schon das für Anfang Dezember geplante Grand Sam-Turnier in Zagreb abgesagt. Nächster World Tour-Stop ist somit das Masters, das Mitte Jänner 2021 in Katar stattfinden soll.

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Nach U21 auch bei U23 keine EM-Medaille http://www.judo-vienna.at/archive/4473 Mon, 09 Nov 2020 19:24:53 +0000 http://www.judo-vienna.at/?p=4473 Nachdem zwei fünfte Plätze bei der kürzlichen U21-EM Österreichs “Ausbeute” waren, gab es auch bei der U23-EM in Porec (CRO) keine ÖJV-Medaille. Nach dem siebenten Platz von Mathias Czizsek (bis 73 kg/Volksbank Galaxy Tigers), der allerdings in der Trostrunde verletzt nicht mehr antreten konnte, gab es am Dienstag auch für die Wimpassingerin Marlene Hunger (bis 78 Kilo) Rang 7. Alle anderen, auch die Wienerinnen, mussten vorzeitig die Segel streichen. Erfolgreichste EM-Nation war Georgien.

Insgeheim hatte Czizsek mit einer Spitzenplatzierung spekuliert. Doch der 21-jährige Wiener zeigte sich nicht in gewohnter Form, musste sich im Viertelfinale Koen Heg (NED), Bronzemedaillengewinner der U-21-EM, mit Waza-ari geschlagen geben und zog sich zu allem Überdruss dabei noch eine Schulterverletzung zu. In der Trostrunde konnte er nicht mehr antreten – Oron Giner (ISR) stieg kampflos in das kleine Finale um Bronze auf, für Mathias blieb nur Platz 7.

Nicht weniger als 7:32 Minuten hatte es gedauert, bis Czizsek das Drittrunden-Duell gegen den Slowenen Goran Kelava für sich entschieden hatte. Zweimal sah der Wiener bereits wie der sichere Verlierer aus, doch beide Male schlug er zurück. In der regulären Kampfzeit egalisierte der 21-Jährige eine Waza-ari-Wertung des Slowenen, im Golden Score stand er dann mit zwei Shidos schon mit dem Rücken zur Wand. In der achten Kampfminute gelang dem ÖJV-Judoka mit einer Kontertechnik (nach Seoi-nage) der Ippon-Sieg im Marathon-Duell. Im Viertelfinale gab’s dann gegen den starken Niederländer Koen Heg, Bronzemedaillengewinner der Unter-21-EM, eine Niederlage durch Waza-ari. Dabei verletzte sich Czizsek an der Schulter und konnte seine Chance auf Bronze über die Trostrunde nicht mehr nützen. . “Bei dieser Auslosung wäre ein Platz im Semifinale absolut möglich gewesen. Aber Mathias konnte schon vor der Verletzung seine Normalleistung – wie zuletzt beim Grand Slam in Budapest – nicht abrufen. Er hat sich heute unter Wert verkauft”, kommentierte Männer-Nationaltrainer Bela Riesz. “Wie schwer die Schulterverletzung ist, wird eine MRT-Untersuchung am Dienstag in Wien ergeben.”

Jacqueline Springer (Vienna Samurai) schied bis 48 kg mit einer Ippon-Niederlage gegen Fatime Beringer (UNG) ebenso aus wie die erst 18-jährige Laura Kallinger (Judoring), die in der Klasse bis 63 Kilo von der Polin Angelika Szyanska festgehalten wurde. Leider konnte am Dienstag bis 90 Kilo Galaxy-Judoka Aslan Papoyan nicht auf die Matte steigen – auch er ist verletzt.

Drei Nationen holten je zwei EM-Titel. Georgien (2/2/4) holte die Medaillenwertung vor Frankreich (2/1/3) und den Niederlanden (2/0/3). Weitere Klassensiege (je einer) gingen an Russland, Kroatien, Ungarn, Israel, Italien, Spanien, Dänemark und Moldawien. An der EM im kroatischen Mittelmeer-Ort nahmen 328 Judoka aus 36 Ländern teil. In der Nationenwertung, in der auch 5. und 7. Plätze gewertet werden, landete Österreichs Team auf dem enttäuschenden 28. Platz.

Alle Ergebnisse aus Porec findet ihr hier.

Foto: Bei einem Ausflug ans Meer am Wochenende waren Wiens Judoka noch guter Dinge - von links, soferne man sie unter den Masken erkennen kann: Aslan Papoyan, Mathias Czizsek, Damen-Referent Martin Grafl, Laura Kallinger und Jacqueline Springer - @privat
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